De l’élégance / Von der Eleganz

De l’élégance / Von der Eleganz (en frances e alemao)Franz Weninger

 

De l’élégance

„Le décor de l’existence immense’ – ces mots, je les ai lus chez un po te français et de temps en temps ils me reviennent l’esprit, ces mots tant poétiques et philosophiques avec leurs trois unités rhythmiques d’ une merveille en beauté: „le décor’ avec ce „o’ obscur, souligné par l’accent, l’image d’une surface encore tranquille dont ressort la vague „de l’existence’ , de sa part suivie d’une autre vague sortante de la pécédante, mais alors plus petite: „immense’, la soeur jumelle mais née plus tard qui rime avec celle qui préc de..
Veut-on traduire cela en langue allemande on se voit confronté des probl mes non faciles á résoudre, bien s r cause du son et du rhythme, mais aussi cause du sens de l’ensemble des ces mots – ou dirais-je mieux „de l’esprit’ ? : le mot français peut se traduire naturellement avec „Ausstattung’ ou plus joliment „Schmuck’, mais il poss de une signification dépassante cette traduction, une signification qui se trouve un lieu entre l’ornement simple (décoration) et
ce qu’on appelle „l’essence’ et je ne trouve en ce moment point de mot allemand qui puisse exprimer cette forme de suspension entre ces pôles. Traduire „existence immense’ par „großartigem’ ou encore (plus banalement, voire mot la mode) „immensem’ „Dasein’ serait un barbarie linguistique.
Mais pourtant – j’ose proposer deux versions pour traduire „le décor de l’existence immense’ en langue allemande: „der Ort unermesslicher Erscheinung’ et „das Erscheinungsbild unermesslichen Lebens’ – le sens n’est pas egal et les rhythmes diff rent: la premi re un peu dans le rhythme de l’original français commençant avec la surface tranquille de l »Ort’ dont ressort deux vagues, la seconde plus complexe et inversée dans son rhythme. Mais j’esp re que ses deux propositions rejoignent dans leur sens ce que le po te français voul t dire ou , mieux dit, r va de dire en ecrivant „le décor de l’existence immense’.

Übersetzung auf Deutsch (und Erweiterung um einige Abschnitte) / traduction en allemand:

Von der Eleganz

„Le décor de l’existence immense’ – irgendwo bei einem französischen Dichter habe ich dies gelesen und zeitweise kommt es mir in den Sinn, diese zugleich philosophische und poetische Aussage mit ihren drei wundervollen rhythmischen Einheiten: „ le décor’mit seinem betonten dunklen „or’ noch wie eine ruhige Oberfläche, aus der dann die Welle „de l’existence’ aufsteigt, gefolgt von einer weiteren aus der vorhergehenden aufsteigenden, doch nun kleineren Welle: „immense’, die jüngere Schwester, die sich mit der vorhergehenden („existence’) reimt.
Will man dies nun ins Deutsch übertragen, steht man vor nicht leicht zu lösenden Problemen, natürlich wegen Klang und Rhythmus, doch auch beim Wortsinn: das französische „décor’ kann natürlich mit „Schmuck’ übersetzt werden, doch es hat eine über dieser Übersetzung hinausgehende Bedeutung, die irgendwo zwischen bloßer Dekoration und schon „Wesen’ liegt und zu der mir in diesem Augenblick kein Wort im Deutschen einfällt, das diesen Schwebezustand zwischen beiden wiedergeben würde. Das Wort „décor’ wird auch verwendet in der Wortkombination: „le décor de montagnes’, was auf Deutsch nicht etwa heißt, der „Schmuck der Berge’ (Wälder, Wiesen, Schnee etwa), nein, es geht in die Totalität und heißt „Gebirgslandschaft’ ! In der französischen Umgangssprache gibt es die Redewendung „entrer dans les décors’, die bedeutet: mit dem Auto im Straßengraben landen, von der Fahrbahn abkommen; da steht „décors'(Plural) also für alles, was es da so neben der Straße gibt, die Wiese, das Feld, hoffentlich nicht auch ein mächtiger Baum oder ein ganzer Wald oder gar ein Gebäude, wenn man die Kurve nicht kratzen kann.
Und „existence immense’ mit „großartigem’ oder gar (banal-fremd-modewortartig) „immensem’ „Dasein’ wiederzugeben, wäre sprachliche Barbarei. Und doch sollte ich zwei Möglichkeiten wagen, „le décor de l’existence immense’ auf Deutsch widerzugeben:
„der Ort unermesslicher Erscheinungen ‘„das Erscheinungsbild unermesslichen Lebens’ – der Sinn dieser beiden Wendungen ist nicht genau gleich und auch die Rhythmen sind verschieden: die erste Version gleicht im Rhythmus ein wenig dem französischen Original indem sie mit der ruhigen Oberfläche des Wortes „Ort’ beginnt, aus der dann die zwei Wellen hervortreten, die zweite ist komplexer und kehrt den Rhythmus um. Ich hoffe jedoch, das diese zwei Vorschläge sich jenem nähern, was der französische Dichter sagen wollte oder wovon er zu sagen träumte, in dem er schrieb: „le décor de l’existence immense’.
Am Rande bemerkt: „Existenz’ im Deutschen „existence’ im Französischen sind nur unpräzise Gleichungen, und wenn Haidegger „Dasein’ verwendet und Sartre seine Philosophie angeblich von Haidegger abgekupfert hat, so sind doch das deutsche „Dasein’ und das französiche „existence’ schon nicht genau am gleichen Ort der Sprache situiert – mal ganz abgesehen von den verschiedenen Bedeutungen, die ihnen die beiden Philosophen in ihrer Interpretation geben.

Der französischen Sprache, aber auch den anderen romanischen Sprachen wird seit Jahrhunderten betörende Eleganz nachgesagt, eine viel größere Eleganz als der deutschen Sprache. Nun, wenn mir die Verse einfallen „Vielleicht, daß ich durch schwere Berge gehe / in harten Adern, wie ein Erz allein;’ (Rilke „Das Buch von der Armut und vom Tode’) so spreche ich auch von Eleganz, ja von einer sehr großen sogar, wenn auch einer andersartigen als der obigen französischen.
Was einem bei Gesprächen mit Franzosen oder Latein-amerikanern, auch wenn sie keine besondere Bildung haben, in ihrer Sprache auffällt, ist eine Eleganz in der Sprache, die gar nicht beabsichtigt ist und sein kann, diese Eleganz bringt die Sprache ohne Zutun des Sprechers hervor, wegen des Klanges, das gibt es Assonanzen, ja sogar Binnenreime in großer Zahl, ohne dass dies dem Sprecher auffällt . Ja, in dieser Hinsicht sind die romanischen Sprachen, vor allem das Französische, Italienische und Spanische, privilegiert: sie haben einen Vokalreichtum, den unsere deutsche Sprache heute nicht mehr hat, und der schon beim einfachsten Sprechen selbst eines nicht gerade über einen reichen Wortschatz verfügenden Sprechers wie eine Melodie klingen kann. Dies ist es auch, dass selbst vom Inhalt her absolut dumme französische oder italienische Lieder immer irgendwie noch gut klingen. Es muss für Mozart faszinierend gewesen sein, wie sehr die italienische Sprache seiner Operntexte sich seiner Musik, ihren vielen Tönen und Zwischentönen anschmiegen konnte (abgesehen davon, dass die Text auch inhaltlich mehrheitlich gut sind)
Es ist aber nicht nur der durch Vokalreichtum bedingte Klang allein, der zur Eleganz der romanischen Sprachen beiträgt, es hat auch mit der Breite des Wortbedeutung zu tun, dies kann ich zumindest präzise für das Französische und Spanische sagen, da ich diese beiden Sprachen sehr gut kenne.
Die Sprache legt über die unendliche Zahl aller möglichen Bedeutungen ein Netz, dessen Schnittpunkte aus Wörtern besteht und schafft so die Signifianten . Dieses Netz ist in den romanischen Sprachen weniger engmaschig als im Deutschen, deshalb sind die Signifianten in den romanischen Sprachen mit mehr Bedeutung gefüllt – zudem, aber diese philosophische Frage will ich hier nur erwähnen, ohne näher auf sie einzugehen, ist das Feld der unendlichen Bedeutungen von Sprache zu Sprache, von Sprachfamilie zu Sprachfamilie auch ein wenig anderes gestaltet.

Oben am Beispiel von „le décor de l’existence immense’ habe ich das alles schon gezeigt. So kommt es, dass dann in einer Aussage Bedeutungen mitschwingen können, die man zunächst nicht vermutet. Dieses Mitschwingen der Bedeutungen, das im Deutschen in diesem Ausmaß nicht existiert, trägt auch zur Feinheit französischer oder lateinamerikanischer Ironie bei, die Sprache selbst stellt also die Mittel bereit und man

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