Fernsehen …

Fernsehen1982, ich bin in Südkorea, vor dem Fernseher. Da ich nur einige Brocken Koreanisch kann, verstehe ich kein Wort. Doch ich folge dem Rhythmus der Bilder, der Mimik und Gestik, der Spannung der den Film begleitenden Musik, der Wirkung der Aufmachung des Nachrichtenstudios, der Ästhetik der Werbspots, gebannt oder gelangweilt, als ob ich einen deutschsprachigen Sender sehen würde.

Ein Mann schreitet au den Zuschauern zu, begleitet vom Näherrücken durch das Zoom, während auch die Kamera sich bewegt wie in Hitchcocks berühmten Vertigo-Eekt. Dann steckt der Mann seine Hand aus. Was Kriege, Besatzungen und Kolonialismus nur im Ansatz nur zum Teil oder sogar nicht geschafft haben, hat das Fernsehen endgültig geschafft: eine Vereinheitlichung kultureller Parameter. Nicht der verbale Inhalt der Aussage ist es, der aussagt, sondern die Struktur.

Publicités
Cet article a été publié dans Diverse Prosa. Ajoutez ce permalien à vos favoris.

Laisser un commentaire

Entrez vos coordonnées ci-dessous ou cliquez sur une icône pour vous connecter:

Logo WordPress.com

Vous commentez à l'aide de votre compte WordPress.com. Déconnexion / Changer )

Image Twitter

Vous commentez à l'aide de votre compte Twitter. Déconnexion / Changer )

Photo Facebook

Vous commentez à l'aide de votre compte Facebook. Déconnexion / Changer )

Photo Google+

Vous commentez à l'aide de votre compte Google+. Déconnexion / Changer )

Connexion à %s