PROSA, aus dem Französischen übertragen

(in den französischen Originalen fehlen bestimmte Sonderzeichen, was am Programm WordPress liegt, das diese beim Kopieren übertragen hat)
 
 

Albert Camus, « Noces  à Tipasa », „Hochzeitsfest in Tipasa »

………………………….

(Ende des Textes)

Und nun, die Vögel hatten die Bäume bevölkert. Es atmete die Erde, ehe sie ins Dunkel schritt. Sogleich wird die Nacht mit dem ersten Stern auf die Bühne der Welt niederfallen. Die strahlenden Götter des Tages werden in ihren täglichen Tod versinken. Doch andere Götter werden erscheinen. Düster sind sie, ihre verwüsteten Gesichter werden  im Herzen der Erde geboren.

Und jetzt kam das unaufhörliche Erblühen der Wellen auf dem Sand über einen Raum, wo goldener Blütenstaub tanzte, zu mir her. Meer, Land, Schweigen, Duft dieser Erde, ich füllte mich mit wohlriechendem Leben und ich biss in die goldene Frucht der Welt, schaudernd fühlend ihren starken süßen Saft, der über meine Lippen rann. Nein, nicht ich war es, der zählte, nicht die Welt, nur dieser Gleichklang und das Schweigen, das aus sich  im mir die Liebe entstehen ließ.

Liebe, die für mich allein zu verlangen ich nicht die Schwäche hatte, wissend und stolz, daß ich sie teilte mit einer Rasse, die aus der Sonne und den Meer geboren ist, lebendig und köstlich, seine Größe schöpfend aus Einfachheit, und die, stehend am Strand des Meeres sein Lächeln dem strahlenden Lächeln dieser Himmel zu wendet.

(Übertragen ins Deutsche von Franz Weninger)

(Original:)

Maintenant, les arbres s’étaient peuplés d’oiseaux. La terre soupirait lentement avant d’entrer dans l’ombre. Tout   l’heure, avec la premi re étoile, la nuit tombera sur la sc ne du monde. Les dieux éclatants du jour retourneront   leur mort quotidienne. Mais d’autres dieux viendront. Et pour  tre plus sombres, leurs faces ravagées seront nées cependant dans le coeur de la terre.

Á présent du moins, l’incessante éclosion des vagues dur le sable me parvenait   travers tout un espace o  dansait un pollen doré. Mer, campagne, silence, parfum de cette terre, je m’emplissais d’une vie ordorante et je mordais dans le fruit déj  doré du monde, bouleversé de sentir son jus sucré et fort couler le long de mes l vres. Non, ce n’était pas moi qui comptais, ni le monde, mais seulement l’accord et le silence qui de lui   moi faisait naître l’amour.

Amour que je n’avais pas la faiblesse de revendiquer pour moi seul, conscient et orgueilleux de le partager avec toute une race, née du soleil et de la mer, vivante et savoureuse, qui puise sa grandeur dans sa simplicité et debout sur les plages, adresse son soupire complice au sourire éclatant de ses ciels.

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Corinne Montineri


VIETNAM

(Romananfang)

In einem Schweigen, das blind macht, brennt die Sonne, hoch oben, über dem flimmernden Laubwerk, jenseits des verfallenden Glockenturmes der alten steinernen Kirche. Der goldenen Staub erfindet einen Kreis in der still stehenden und betäubenden Luft, dann fällt er als Kruste nieder, unsichtbare Botschaft des Lebens und des Todes.

Große weiße Vögel tanzen unverschämt ihren Tanz. Ihre Schreie zerreißen die Luft, streifen die Erde, entfernen sich dann in einem Strahl aus Licht. Mit ihrem scharfen Blick durchdringen sie die Geheimnisse der Stadt, des Hafens, des Meeres. Erkennen sie auch das zitternde Herz der Menschen.

Der schwebende Flug der Vögel, wie so viele Zeichen, die im Augenblick, da sie da sind, sogleich wieder verlöschen, Rituale der Ewigkeit.

Auf der Erde bewegt sich das Leben unter der Macht der Sonne. Der Platz vor der Kirche ist erfüllt von den Leidenschaften des Alltages und überall ist die unablässige Bewegung der fiebernden, frivolen und überbordenden Welt, die

dumpfen Klänge, die Gerüche der pochenden Stadt, die vorübergehenden Menschen, die geschäftigen Frauen der Stadt, die erschöpften Bauern, ihre Bündel auf den Schulten balancierend, die verirrten Mönche, die umherirrenden Fahrräder, die Diebe auf der Lauer, und dann der Wirbel der Luft, der Sonne, der Staub, der Lärm. Alles vibriert, alles schnell, alles verwandelt sich und setzt sich ohne Pause und ohne Gnade fort, als ob der Tod schon nicht mehr existierte.

In der Kirche zelebriert der Priester , ein Missionar, eine Messe. Die Gesichter, die in den so oft wiederholten Worten und Gesten ihre Sicherheit gefunden, sind durch zu viele Gedanken zerstreut. Im Inneren des riesigen Gebäudes fühlen sie ihre Sicherheit. Die Luft weht von einem Seidenvorhang, die an den Fenstern hängen, zum anderen. Es zögert die Zeit, erschüttert, da sie dem seltsamen Lächeln auf dem Antlitz des gekreuzigten Christus gegenübertritt, diesem von Zweifel erfülltem Blick, diesem in Grazie aufgehängtem Körper. In Weiß und Blau gekleidet blickt eine verschleierte Statue herab, die geheimnisvolle Komplizin der Zeit, des Christus,  des Schweigens nach dem Vorübergang der Wesen.

Gesänge erheben sich. Die Ewigkeit ist zum Anfassen da.

Der Priester zeigt den zerbrechlichen und durchsichtigen Leib des Herrn. Dann zerbricht er ihn plötzlich. Schweigen, für lange Zeit. Das Blut. Wie viele Schmerzen vor der Tür.

Und dann – oben, weit oben zerreißt ein Lärm aus Stahl die Luft. Die großen weißen Vögel fliegen weiter ihren schwebenden Flug, gleichgültig.

(Original:)

I.

Dans un silence aveuglant, le soleil br le, tr s haut, au-dessus des feuillages luisant, par-del  le clocher usé de la vieille église en pierre. La poussi re dorée invente une ronde sensuelle et triste dans l‘air immobile et enivrant, puis elle s‘incruste, invisible messag re des vies et des morts.

De grands oiseaux blancs dansent, nonchalants. Leur cris déchirent l‘air, efleurent la terre, puis s‘égarent dans un rayon de lumi re. De leur regard aigu, ils percent les myst res de la ville, du port, de la mer. Perçoivent-ils aussi le coeur tremblant des hommes. Le vol planant des oiseaux, comme autant de signes qui s‘effacent au moment d‘exister, rituel de l‘éternité.

En bas, la vie s‘agite sous le soleil. La place de l‘église est emplie de fureurs quotidiennes, et tout autour, il y a le mouvement incessant du monde fébrile, frivole et soumis, les bruits sourds, les odeurs de la ville plapitant, les passant, les femmes de la ville affairées, les paysans épuisés, leurs paniers sur l‘épaule, en équilibre, les fragiles mendiants, les moines égarés, les cyclos errants, les voleurs en qu te, et puis le troubillon, le soleil, la poussi re, le bruit. Tout vibre, vite, tout se transforme et se continue sans cesse et sans répit, comme si la mort, d j , n‘existait plus.

Dans l‘église, le pr tre missionaire dit une messe. Les visages, rassurés par des mots et des gestes si souvent répétés sont distraits par des pensées trop nombreuses. Il fait bon á l‘intérieur de l‘immense bâtisse. L‘air court d‘une persienne   l‘autre. Au fond, le temps hésite, bouleversé face   l‘étrange sourire sur le visage du Christ crucifié, son regard empli de doutes, son corps gracieucement suspendu. V tue de blanc et de bleu, une statue voilée regarde, complice mystérieuse du temps, du Christ, du silence apr s le passage des  tres.

Des chants s‘élévent. L‘éternité est aux aguets.

Le pr tre montre le corps fragile et transparent de l‘Homme. Puis, soudainement, il le brise. Le silence, longtemps. Le sang. Que de souffrances au dehors.

Plus haut, tr s haut, un bruit d‘acier déchire l‘air. C‘est la fin de la célébration. Les grands oiseaux blancs poursuivent leur vol planant, indifférens.

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