disput

disput

Vollständiger Name der Zeitschrift:

disput.
streitgespräche zur gesellschaftlichen wirklichkeit, theorie und veränderung

Zeitschriftenkategorie:

Eine Zeitschrift für Philosophie und Literatur,
anfangs unter dem Titel “disput aktuell” erschienen

Erscheinungszeitraum:

1978 – 1983

Darstellung des Inhalts und der Entwicklung der Zeitschrift:

Die Zeitschrift „disput“ existierte von 1978-1983 und brachte insgesamt 12 Nummern heraus, sowie zusätzlich noch 2 Sondernummern für Studenten der Philosophie an der Universität Wien.

Die Zeit, in der „disput“ als Zeitschrift existierte, war eine Zeit starken geistigen aber auch technologischen (z.B. Erfindung des Personalcomputers) Umbruchs.
Noch waren Auswirkungen des gesellschaftlichen Umbruchs und der Revolte von 1968 zu spüren, gleichzeitig aber fand eine Veränderung der Ideen von 1968 statt, auch eine Abkehr von diesen Ideen, die sich in manchem als Irrweg erwiesen hatten; und es tauchten ganz neue Beschreibungen der kulturellen Wirklichkeit (etwa mit den Begriffen „Postmoderne, “Postmarximus”, “Poststrukturalismus“ benannt) im öffentlichen Diskurs auf.
Als neue politische Bewegung begannen sich die Alternativen und Grünen vor allem in Österreich und Deutschland zu etablieren und zogen einige Jahre später als Partei ins Parlament ein. Alle diese Umbrüche spiegeln sich in der Zeitschrift „disput“wider , zumal ein wichtiges Prinzip der Zeitschrift (neben anderen) der dialogische Diskurs war, d.h. die verschiedenen Beiträge stand in einer Art Dialog zueinander, wobei sich die Meinungen durchaus scharf widersprechen konnten.
Die Zeitschrift war auch von einem interdisziplinären Prinzip geleitet, d.h. sie suchte eine Konvergenz verschiedener Disziplinen zu verwirklichen: (auf die Praxis ausgerichtet) Philosophie, Literaturwissenschaft, Literatur selbst, etwa Lyrik und Dialektdichtung, Soziologie, Psychologie, selbst naturwissenschaftlichen Themen fanden Eingang in die Zeitschrift. Auch vereinzelte politische Aktionen, etwa Unterschriften-Aktionen gegen das blutbedeckte Regime des südkoreanische Militärdiktator Chon Doo-whan und gegen das Pinochet-Regime in Chile führte die Zeitschrift unter österreichischen Schriftstellern durch, in dieser Hinsicht noch in der Tradition der Achtundsechziger-Bewegung.

„disput“ (zunächst genannt “disput aktuell”) war ursprünglich eine Zeitschrift für philosophische Kritik, doch schon von Anfang an für Lyrik und Kurzprosa offen. Im Lauf der Zeit entwickelte sich „disput“ immer mehr in Richtung Literaturzeitschrift, ohne aber die philosophische und auch gesellschaftskritische Ausrichtung aufzugeben.
Schon in ihrer Anfangszeit fand die Zeitschrift eine erstaunlich große Verbreitung, obwohl sie eine nicht-subventionierte Publikation mit sehr beschränkten finanziellen Ressourcen war, die ausschließlich vom Engagement ihrer Herausgeber lebte. Auf Subventionen, die der Zeitschrift sogar einige Male angeboten wurden, haben die Herausgeber verzichtet, um die geistige Unabhängigkeit in reiner Form zu bewahren.
Die Themen, welche in „disput“ behandelt wurde, waren nie akademischer Art, sondern auf die philosophische Praxis, später vor allem auf Gesellschaftskritik und die literarische Praxis ausgerichtet. In Nummer 9 etwa wurde sogar erstmals im deutschen Sprachraum Gedichte von Pier Paolo Pasolini publiziert, ehe noch andere Verlage, wie Wagenbach, Lyrik von Pasolini publizierten.

Auswahl von Themen, die in “disput”  behandelt wurden:

Kritik der realistischen Ästhetik und des literarischen Realismus
Marxismus und Christentum
Materialistische Ästhetik
„Der Prinzip des Zufalls“
Sigmund Freud (inklusive Freud-Kritik)
Medienkritik
Alternative Schulkonzepte („Freie Schulen“)
„Der elektrifizierte Sokrates“
Philosophie praktische angewendet, Philosophische Kritik
Verschiedene Artikel zu Theater und Film
Friedensbewegung
Lyrik von verschiedenen Autoren, darunter auch Dialektlyrik
Georg Trakl (Schwerpunktheft)
Pier Paolo Pasolini als Zivilisationskritiker und Dichter (Schwerpunktheft)
Hans Magnus Enzensberger und George Tabori (Schwerpunktheft)
Antonin Artauds „Théatre de la cruauté“

Autoren, die in „disput“ veröffentlichten (Auswahl):

Ambros Kindel, Axel Karner, Michael Cerha, Bruno Weinhals, Franz Weninger, Pier Paolo Pasolini, Antonin Artaud, Ignazio Buttitta, Paul Verlaine, Francis Ponge, H.M. Enzensberger, Georg Trakl, Peter Brasch, Udo Preis, Hans Zeger, Univ.Professor Dr. Herbert Pietschmann, Univ. Professor Dr. G. Kapner, Univ. Professor Kurt Lüthi,, Dr. Max Suda, Professor Ernest Bornemann, Siegfried J. Schmidt, Endre Kiss, Urs Berger (Filmmacher), Hartwig Thaler, Del Vedernjak, Heinz R. Unger, Peter Paul Wiplinger, Christian Wallner, Irena Habalik, Livia Getreider, Christa Eckert, Christian Ide Hintze, Walter Jaworski, Heimo Kuchling, Adalbert Krims, Gerhart Steger, Bernhard Weber, Margherita Levorato, Elena Berthold, Ulf Birbaumer, Lim Jong-Dae, Hamid Sadr, David Campbell, Harry Holczschuster, die Dialektdichter Hans Triebnig und B.C. Bünker, der „Doyen“ der Dialektdichtung und -forschung Hans Haid.

Die Richtung der Zeitschrift wurde nicht von einem einzelnen Herausgeber, sondern von einem Team an Herausgebern bestimmt, wobei auch ein gewisse Fluktuation herrschte. Vom urprünglichen Herausgeberteam blieb nur Ambros Kindel bis zum Schluss.Herausgeber:

Wichtige Herausgeber bei „disput“ im Lauf des Bestehens der Zeitschrift:
Ambros Kindel, Michael Cerha, Axel Karner, Bruno Weinhals, Franz Weninger.

                                                                                 Franz Weninger, Nachlassverwalter
                                                             (Kontakt:  Mag.Franz.Weninger@hotmail.com)

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